Der Zusatzspeicher ist für alle Schliser Kleinspeicheröfen (außer 90° Panorama-Edition) erhältlich.

Dieser besteht aus einzelnen Schamotteplatten, welche auf den Heizeinsatz aufgelegt werden. Je nach Rauchrohr-Abgang wird der Zusatzspeicher-Satz im Werk vorbereitet. Auch ein nachträglicher Einbau ist möglich. Bei der Basis-Edition und Backfach-Modellen muss jedoch mit einer Erhöhung gearbeitet werden um Platz für den Speicher schaffen zu können. Alternativ gibt es die Möglichkeit den Schliser mit einer 2. Topplatte auszustatten.



Messungen und Erkenntnisse:

Im Zuge der Einführung des Zusatzspeichers wurde eine Messung der Temperaturverteilung durchgeführt. Gemossen wurde über den Zeitraum von 12 Stunden. Brennstoff war 2 jähriges Buchenholz bei relativer Holzfeuchte von 14%. Der Schornsteindruck betrug 11-13Pa. Die Erhebung wurde in der Ausstellung im Werk Schlins durchgeführt. Die Rahmenbedingungen sind für die Messungen an aufeinander folgenden Tagen (1 x mit Zusatzspeicher, 1 x ohne Zusatzspeicher) nahezu ident. Der Messintervall beträgt 30 Minuten über 12 Stunden. Andere Messpunkte wurden angenähert und mit praxisnahen Werten verglichen.

Die erste Abbildung zeigt die Ergebnisse der Messung der Temperatur einer Small-Edition in Standard Ausführung mit Abgang oben über den Verlauf von 8 Stunden.


Deutlich zu erkennen sind die Ausschläge der Kurven nach durchgeführter Holzauflage. Auch die Oberflächentemperatur erhöht sich mit zunehmender Warmlufttemperatur. Dabei erreicht die Warmluft einen kurzzeitigen Wert von 84°C und der Schamottekorpus am geschilderten Messpunkt maximal einen Wert von 75°C. Nach letztlicher Holzauflage steigt die Temperatur nochmals an und erreicht dann nach 4-5 Stunden einen Wert zwischen 45° und 40°C. Der Holzverbrauch entspricht ungefähr 1,14kg/h.

Der zweite Messvorgang wurde mit demselben Modell, zu selben Rahmenbedingungen, durchgeführt. Einziger Unterschied ist der zugefügte Schamottespeicher von 100kg für die Modellreihe Small Edition bei oberem Abgang. Die Ergebnisse der Messung über 8 Stunden sind in Abbildung 3 aufgezeigt.
Das untenstehende Diagramm zeigt die Temperaturverteilung des Modelles Small-Edition mit einem zusätzlichen Schamottespeicher von 100kg bei oberem Abgang. 


Der aufgebrachte Schamottespeicher verzögert die Warmluftabgabe, welche im Durchschnitt nicht über 80°C kommt. Diese Maximaltemperatur wird auch deutlich verzögert erreicht. Die eingebrachte Energie wird vorerst dem Schamottespeicher zugefügt. Dieser erreicht einen maximalen Wert von 78°C nach der 5. Holzauflage. Gut zu erkennen ist, dass die zusätzlich aufgewendete Energie nicht der Konvektionsenergie zugeführt wird, sondern in den zusätzlich aufgebrachten Schamottespeicher fließt. Der mittlere Temperaturwert des Schamottekorpus liegt nach 4-5 Stunden nach der letzten Holzauflage noch bei 60°-55°C. Generell ist zu sagen, dass die Wärmeabgabe verzögert stattfindet, jedoch sich die Dauer der Abgabe um ein vielfaches gesteigert hat. Ein genauer Vergleich der beiden Ausführungen, mit und ohne Zusatzspeicher, ist in folgender Abbildung dargestellt.


Die Abbildung zeigt den direkten Vergleich der beiden Messungen des Versuchsaufbau mit und ohne Zusatzspeicher. Dabei ist deutlich zu erkennen, dass die Wärmeabgabe mit Zusatzspeicher verzögert stattfindet. Auch erreicht die Warmluft einen kleineren Maximalwert und das erst nach einem vielfachen der Betriebsdauer des Aufbaus ohne Schamottespeicher. Der Aufbau ohne Speicher erreicht 3,5 Stunden nach der letzten Holzauflage eine mittlere Korpustemperatur von ~47°C. Der Aufbau mit Speicher erreicht dieselbe mittlere Korpustemperatur erst 7,5 Stunden nach der letzten Holzauflage.

Die Dauer der Wärmeabgabe wurde deutlich erhöht. Das Auskühlen des Schamottekorpus bei gleichbleibender Wärmeabgabe an den Raum wird durch zufügen eines Zusatzspeichers auch verlangsamt. Die zwei gewonnen Erkenntnisse über die Dauer und das Abkühlverhalten beschreiben eine mehr als doppelt so lange Speicherdauer beim Hinzufügen eines Zusatzspeichers von rund 100kg.